Noch sicherer

Ein neues Mittelspannungskabel von Oberwössen zur Röthelmoosalm sorgt zukünftig für mehr Sicherheit im Urschlauer Tal.

Die StromVersorgung liefert nicht nur Strom in Ruhpoldings Haushalte, sie ist auch der Netzbesitzer. Das Mittel- und Niederspannungsnetz umfasst das gesamte Gemeindegebiet von Ruhpolding und wurde an die Bayernwerk  AG verpachtet: „Gerade bei großen Baumaßnahmen wie diesen ist es von Vorteil, einen großen Partner wie das Bayernwerk an seiner Seite zu haben“, ist Rolf Stibler, Geschäftsführer der StromVersorgung überzeugt. Über Bau und Ausbau des Netzes entscheidet weiterhin die StromVersorgung, die als Besitzer auch die Kosten trägt. Oberstes Ziel ist hier die optimale und sichere Versorgung der Haushalte mit Strom, und das natürlich auch bei einem Stromausfall. Keine leichte Aufgabe in einem Gebiet wie Ruhpolding, wo es lange und unwegsame Strecken zu einzelnen Häusern oder Häusergruppen gibt. Zwar sind alle Haushalte im sogenannten Niederspannungsnetz (siehe auch Seiten 6 und 7) mit Strom versorgt, doch im übergeordneten Mittelspannungsnetz gab es Verbesserungsbedarf, erklärt Rolf Stibler: „Unser Mittelspannungsnetz ist in weiten Teilen von uns schon gut ausgebaut worden, sodass bei einem Stromausfall in diesem Bereich kein Haushalt lange auf Strom warten muss. Viele Versorgungspunkte im Mittelspannungsnetz sind miteinander im Ring verbunden. Bei einem Defekt in einem Teilstück können die Punkte damit auch von der anderen Seite versorgt werden.“ Diese Haushalte bemerken meist nur eine kurze Unterbrechung. Und die StromVersorgung kann den Defekt im abgetrennten Bereich orten und reparieren.

MillionenProjekt

Ganz anders sieht das allerdings an elf Stationen ab Bärngschwendt über Brand und entlang des Urschlauer Tals aus. Hier endet das Mittelspannungskabel an der Röthelmoosalm. Gibt es einen Defekt an dieser Strecke, kann der Strom für alle nachfolgenden Stationen erst wieder fließen, wenn die Leitung repariert oder eine mobile Notstromlösung gefunden wurde. „Damit auch diese Punkte von beiden Seiten versorgt werden können, verlegen wir nun auf einer Strecke von rund 5,6 Kilometern ein Mittelspannungskabel bis nach Oberwössen. Erst hier ist ein sogenannter Ringschluss zu anderen Leitungen wieder möglich“, erklärt Rolf Stibler. Das Kabel wird an Forstwegen entlang verlegt. Wo Unterkreuzungen oder Betondurchlässe sind, kann das Kabel nur mittels Spülbohrungen darunter verlegt werden. Für Planung und Bau des rund 1,1 Millionen Euro teuren Vorhabens wurde das Bayernwerk beauftragt, das bereits mit schwerem Gerät und Manpower im unwegsamen Gebiet unterwegs ist: „Für die Verlegung haben wir nur ein ganz enges Zeitfenster, da wir die Forststraßen wegen des Almbetriebes nicht blockieren wollen. Deshalb arbeiten wir heuer so lange auf Hochtouren an der Verlegung, bis das Wetter es nicht mehr zulässt, und beginnen im Frühjahr, sobald es wieder geht“, beschreibt Rolf Stibler noch weitere Herausforderungen.